Symphonieorchester Vorarlberg
 
Abschied von Chefdirigent Gérard Korsten zum Saisonschluss

„Missbraucht –Verfemt“ heißt es beim sechsten und letzten Abo-Konzert der Spielzeit 2017/18. In Erinnerung an den Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland vor 80 Jahren spielt das Symphonieorchester Vorarlberg Stücke, die für Propagandazwecke genutzt wurden sowie Werke, die als entartet galten oder nicht gespielt werden durften, weil sie von jüdischen Komponisten stammten. Beim Saisonabschlusskonzert am 26. und 27. Mai verabschiedet sich das Orchester zudem nach 13 Jahren von seinem Chefdirigenten Gérard Korsten.

„Musik ist für unser Orchester auch Anlass zur kritischen Auseinandersetzung mit der Vergangenheit“, sagt Thomas Heißbauer und hat beim letzten Abo-Konzert Werke aufs Programm gesetzt, die vom Faschismus vereinnahmt wurden oder deren Aufführungen verboten worden sind.

Zu den von den Nationalsozialisten missbrauchten Werken zählt Franz Liszts symphonische Dichtung „Les Préludes“, die im zweiten Weltkrieg als Erkennungsmelodie in den Wochenschauen und im Rundfunk verwendet wurde.

Auch Richard Wagners mitreißende Ouvertüre zu den „Meistersingern“ wurde regelrecht vereinnahmt, auch wenn dem Komponisten Nationalismus und Antisemitismus keineswegs fremd waren.

Als entartet galt dagegen die Musik von Erich Wolfgang Korngold, weil der Komponist zur „falschen Rasse“ gehörte. In den melodienseligen Werken voller Klangfarben wird beim Saisonschluss der Salzburger Stargeiger Benjamin Schmid brillieren. Nicht aus rassischen, sondern aus weltanschaulichen Gründen musste Paul Hindemith emigrieren. Deswegen hat Chefdirigent Gérard Korsten zum Abschluss des Programms seine Symphonie „Mathis der Maler“ ausgewählt.

„Im Anschluss an die Konzerte verabschieden wir unseren langjährigen Chefdirigenten Gérard Korsten. Unser Dank“, so Thomas Heißbauer, „gilt seiner unbändigen Energie und seiner Persönlichkeit, die das Orchester seit 2005 geprägt haben. Zu unserer Freude bleibt Gérard dem Symphonieorchester Vorarlberg auch nach mehr als 170 Konzerten eng verbunden.“ Ein Wiedersehen mit dem gebürtigen Südafrikaner gibt es bereits am 19. August, beim Orchesterkonzert der Bregenzer Festspiele. Die Entscheidung über die Chefdirigenten-Nachfolge fällt spätestens Ende der kommenden Saison.


KONZERT 6
Samstag, 26. Mai 2018, 19.30 Uhr, Montforthaus Feldkirch
Sonntag, 27. Mai 2018, 19.30 Uhr, Festspielhaus Bregenz

Gérard Korsten: Dirigent
Benjamin Schmid: Violine

Franz Liszt: Les Préludes
Erich Wolfgang Korngold: Violinkonzert op. 35 D-Dur
Richard Wagner: Ouvertüre „Die Meistersinger von Nürnberg“
Paul Hindemith: Symphonie „Mathis der Maler“


Freier Kartenverkauf:
Bregenz Tourismus unter +43 5574 4080
Feldkirch Tourismus unter +43 5522 73467
in allen Vorverkaufsstellen von v-ticket
in allen Filialen der Volksbank Vorarlberg
sowie direkt beim SOV unter +43 5574 43 447 oder per Mail an office@sov.at
oder über die Ticket Gretchen App

Ermäßigungen:
Ermäßigungen für Schüler, Studenten, Ö1 Clubmitglieder und Menschen mit Behinderung.
Ticket Gretchen unter 27: 11 Euro ab 27 Stunden vor Konzertbeginn für alle unter 27 Jahren


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