Symphonieorchester Vorarlberg
 
Abo 1: Solist und Dirigent in Personalunion

Die Abo-Saison 2019/20 beginnt mit einer Besonderheit: Alexander Lonquich ist Dirigent und Solist in Personalunion. Das Programm ist für den deutschen Pianisten maßgeschneidert. Mit den Werken von Dvořák, Schostakowitsch und Mozart hat er sich intensiv auseinandergesetzt. Entsprechenden Hochgenuss versprechen die beiden Konzertabende am 21. und 22. September.

In Antonín Dvořáks (1841 – 1904) Streicherserenade aus dem Jahr 1875 ist eine heitere Grundstimmung spürbar. Sie beruht auf Phasen des Glücks, sowohl auf privater als auch auf beruflicher Ebene: Zwei Jahre lag seine Hochzeit zurück, ein Jahr die Geburt seines Sohnes Otakar. Zudem sprach eine Jury (zu der auch Johannes Brahms zählte) dem Komponisten ein Künstlerstipendium zu. Die Karriere nahm Fahrt auf – und dank einer Stelle als Organist hatte er ein fixes Einkommen, das er durch Klavierstunden weiter aufbesserte. Diese Situation schien Dvořák zu beflügeln: Die Serenade für Streichorchester E-Dur op. 22 stellte er in nur zwölf Tagen fertig.


Zwischen Anpassung und Auflehnung

Ganz anders sah die Situation bei Dmitri Schostakowitsch (1906 – 1975) aus. „Das Beste auf der Welt ist Geld. Ohne Geld ist der innere Frieden unmöglich“, schrieb er angesichts großer finanzieller Sorgen nach dem Tod seines Vaters. Nachdem er das Konservatorium verlassen hatte, widmete er sich dem Komponieren. Eine Gratwanderung zwischen Anpassung und Auflehnung begann. Denn nur der sowjetische Staat vergab Aufträge.

Stalin begriff Kunst als Propagandamittel und hatte klare Vorstellungen: Die Musik sollte nicht zu modern und avantgardistisch sein. Thematisch ging es um eine Verherrlichung der Sowjetunion, deren nationale Größe es zu betonen galt. Hintergrund dieser Vorgaben war auch die Popularität skeptisch beäugter Einflüsse aus Amerika, vor allem der Jazzmusik.

Schostakowitschs Konzert für Klavier, Trompete und Streichorchester aus dem Jahr 1933 stellte auch die Trompete in den Mittelpunkt – ein „Störfaktor“ aus der Sicht des Regimes, der dafür sorgte, dass das Werk bis zu Stalins Tod 1953 sehr selten gespielt wurde. Den Part dieses zweiten Soloinstruments übernimmt in Bregenz und Feldkirch Trompeter Roché Jenny. Darauf freut sich SOV-Geschäftsführer Sebastian Hazod besonders: „Roché ist eine langjährige große Stütze des Orchesters und eines der Aushängeschilder der Blechbläser.“


Langlebiger Irrtum

Mozarts Konzert für Klavier und Orchester Nr. 9 in Es-Dur beschließt das erste Abo-Konzert. Fast einhundert Jahre lang glaubte die Musikwelt, es sei einer französischen Pianistin gewidmet – der rätselhaften Mademoiselle Jeunehomme. Schließlich fand der Musikwissenschaftler Michael Lorenz heraus, dass es besagte Mademoiselle nie gegeben hatte und dem Irrtum ein einfacher Schreibfehler zugrunde lag. Die wahre Adressatin hieß Louise Victoire Jenamy, Tochter des Tänzers und Choreographen Jean-Georges Noverre. Für sie schrieb Mozart (1756 – 1791) dieses außergewöhnliche Klavierkonzert, dessen Solopart bereits nach zwei Takten das Orchester unterbricht. Das eingeschobene Menuett im dritten Satz gilt als Hommage an den großen Ballettmeister Noverre.



KONZERT 1

Samstag, 21. September 2019, 19.30 Uhr, Montforthaus Feldkirch
Sonntag, 22. September 2019, 19.30 Uhr, Festspielhaus Bregenz

Alexander Lonquich: Dirigent, Klavier
Roché Jenny: Trompete

Antonín Dvořák: Serenade für Streichorchester E-Dur op. 22
Dmitri Schostakowitsch: Klavierkonzert Nr. 1 c-Moll op. 35 für Klavier, Trompete und Streichorchester
Wolfgang Amadeus Mozart: Adagio und Fuge c-Moll KV 456
Wolfgang Amadeus Mozart: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 9 Es-Dur KV 271 „Jenamy“


Freier Kartenverkauf

Bregenz Tourismus unter +43 5574 4959
Feldkirch Tourismus unter +43 5522 73467
in allen Vorverkaufsstellen von v-ticket
in allen Filialen der Volksbank Vorarlberg
sowie direkt beim SOV unter +43 5574 43447, per Mail an office@sov.at
oder bequem aufs Handy über die Ticket Gretchen App

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