Symphonieorchester Vorarlberg
 

AUS DEM ORCHESTERGRABEN – Allen Smith

Im Jänner 1985 fand das erste Konzert des Symphonieorchesters Vorarlberg statt. Schon damals dabei und noch immer mit von der Partie: Solo-Fagottist Allen Smith. „Der Beginn des SOV war – auch lokalpolitisch bedingt – eher stürmisch, doch inzwischen hat sich das Orchester vor allem durch eine permanente Steigerung des künstlerischen Niveaus eine landesweite Identität erarbeitet,“ erinnert sich der im Südosten Alaskas aufgewachsene Musiker. Nach Stationen in Ohio, Mexiko und Wien landete er 1983 als Professor am Vorarlberger Landeskonservatorium. „Ich bin kein Großstadtmensch und Vorarlberg mit seinen Bergen und Wäldern erinnert mich an meine Heimat. Nur der Pazifik fehlt“, sagt er. Die Verbindung zur Natur erkennt Allen Smith auch in der Wahl seines Instruments: „Kein Instrument bietet so breite Ausdrucksmöglichkeiten menschlicher Regungen. Ob traurig, elegant, verspielt oder schalkhaft und derb – ich nenne das die Weisheit des Holzes. Das Fagott hat ein archaisches Wesen.“

Als Solofagottist kann man Smith auch in zahlreichen anderen Formationen bewundern: im RSO WIEN, der Wiener Kammerphilharmonie, beim Ensemble Oktogon Linz oder als Mitglied des Ensemble Plus. Er spielte mit Weltstars wie Sandor Vegh, Roger Norrington, Andras Schiff und Zubin Mehta. Auch als Pädagoge ist Allen Smith äußerst erfolgreich, seine Studenten bekleiden teilweise führende Positionen in europäischen Orchestern. Großen Wert legt er dabei vor allem auf das Orchester- und Ensemblespiel: „Das ist mir ein Uranliegen, für mich ist es die Krönung des Musizierens. In der Musik ist die Mischung von Charakteren oft interessanter als der Einzelkämpfer.“

Seit 2004 ist Smith auch als Orchestervertreter im Vorstand des SOV tätig. „Man ist Sprachrohr der Musiker, kriegt sehr viel mit, was hinter den Kulissen läuft und sollte im entscheidenden Moment ein guter Ratgeber sein“, beschreibt Allen Smith seine Funktion.

Wie also fällt die Beurteilung des SOV durch ein Urgestein mit Insiderwissen aus? „Nirgends in Österreich gibt es so ein gutes Orchester für so wenig Geld. Der Enthusiasmus und die Konsensfähigkeit der Musiker sind bewundernswert. Dennoch sehe ich das SOV-Modell am quali­tativen Limit angelangt: Schlüsselkräfte ans Orchester zu binden oder Projekte wie Musikvermittlung zu verwirklichen, gelingt nur, wenn man auch finanziell eine seriöse Sprache pflegt“, erklärt Smith.

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