Symphonieorchester Vorarlberg
 

Kammeroper am Kornmarkt


Samstag, 6. August 2011, 19.30 Uhr, Theater am Kornmarkt (Premiere)
Dienstag 9. August 2011, 19.30 Uhr

Judith Weir | Der blonde Eckbert (Taschenoper)

Adrian Clarke | Der blonde Eckbert (Bariton)
Lien Haegeman | Berthe, seine Frau (Mezzosopran)
Harry Nicoll | Walther, sein Freund / Hugo, sein Freund / eine alte Frau / ein Hund (Tenor)
Romana Beutel | Ein Vogel (Sopran)

Musikalische Leitung | Robin Engelen
Inszenierung | Wouter van Looy
Bühne, Kostüme und Video | Sarah & Charles
Licht | Paul van Laak
Mitglieder des Symphonieorchesters Vorarlberg

Dauer 1 Stunde, keine Pause

„Glaubt nicht, dass, was ich erzähle, ein Märchen sei...“ So beginnt die 1797 entstandene Novelle Der blonde Eckbert von Ludwig Tieck. Denn was beginnt wie ein scheinbar harmloses Märchen, entpuppt sich als verstörendes Psychodrama, in dem die Grenzen zwischen Wahn und Wirklichkeit verschwimmen. Ritter Eckbert wohnt mit seiner Frau in der Abgeschiedenheit der „waldesdunklen Harzberge“. Eines Abends erzählt Eckbert's Frau Berthe dem Freund Walther ihre Lebensgeschichte, die noch nie zuvor ein Mensch gehört hat. Doch woher weiß Walther den Namen ihres Hundes, an den sie sich doch selbst nicht mehr erinnern kann? Und wer ist die alte Frau, die Eckbert schlussendlich die Wahrheit über Berthes Leben erzählt?

Der blonde Eckbert ist ein düsteres Kunstmärchen über den Alptraum hinter dem Alltag. Nacherzählen stößt schnell an seine Grenzen: Vieles wird hier mehr geahnt als ausgesprochen. Ein Jahrhundert vor der Tiefenpsychologie ist Tiecks Erzählung ein Spiel mit Stimmungen, paranoiden Wahnvorstellungen und Sinnesverwirrungen.

Für Judith Weir, die diesen Stoff 1994 für die Opernbühne entdeckt hat, spielt all das jedoch kaum eine Rolle: Sie hat eine dem Waldesrauschen und Vogelgesang abgelauschte Partitur komponiert, die mit einer sehr sinnlichen Musik das Märchen zu meinen scheint, wo der Zuschauer das Seelendrama vermutet. Die Personen, schon bei Tieck kaum zu durchschauen in ihren Motivationen und Handlungen, bieten bei Weir noch weniger Identifkationsmöglichkeiten. Die Natur hingegen erscheint nahezu als Personifzierung eines psychischen Zustands; sie ist der einzige Charakter, der mit sich selbst tatsächlich im Reinen ist.

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